Die Seite über den sportlichen Schutzdienst nach IPO


Bereits Jahrzehntelang gehört der Schutzdienst zu den Topdisziplinen der Sporthunde­ausbildung. Der starke und selbstsichere Hund findet im Schutzdienst eine angemessene Beschäftigung und Herausforderung, aber auch für den ängstlichen Hund kann der Schutzdienst nützlich sein, indem ein wichtiger Beitrag für die Stärkung seiner Selbstsicherheit geleistet wird.




Schutzhundesport

Auch hier möchte ich wieder darauf hinweisen, das das folgende nicht als Anleitung oder Richtlinie zu verstehen ist, sondern als Information und Anregung.

Die Möglichkeiten und Wege, einen Hund gut auszubilden sind nicht festgeschrieben, sondern nur das Ziel, was erreicht werden sollte (PO). Es gibt auch niemanden, der das Rad neu erfindet, und der Weg zum Erfolg ist nicht in feste Schemen  zu pressen. Man muß nur objektiv genug sein, um die eigenen Möglichkeiten und Erfahrungen mit dem auzubildenden Hund und dessen Eigenschaften und Eignung in Einklang zu bekommen.

Ein Beispiel ( Triebverhalten ):

Ein Hund der hoch im Trieb steht, kann natürlich in seiner Ausbildung wesentlich anders gearbeitet werden, wie ein Hund, dem diese wichtige Anlage fehlt, bzw. solche nicht so ausgeprägt ist. Man muss sich auch im Klaren sein, das man mit einem Hund, dem ein Mindestmaß an Trieb fehlt, nur selten eine gut gefestigte Schutzhundeausbildung mit dem gewünschten Ergebnis absolvieren kann. Selbstverständlich kann man mit viel Geduld und Arbeit auch mit einem triebschwachen Hund Hundesport betreiben, man sollte sich aber immer ehrlich und objektiv in den dadurch gesteckten Grenzen bewegen. Dann kann der sportliche Aspekt auch hier Spaß und Freude an unserer Sache vermitteln. Versucht man aber ständig mehr zu fordern und überfordert sich und den Hund damit, führt das in den meisten Fällen in eine Sackgasse und frustet beide Seiten der Leine. Wunder gibt es nicht!

Meine Meinung ist daher, dass nicht jeder Hund für diese Ausbildung geeignet ist. Der Schutzhund, für uns eher Sporthund, braucht ein festes Wesen, Selbstsicherheit und Nervenstärke, um den Anforderungen gerecht zu werden. Für die meisten Hunde bleibt der Schutzdienst auf dem Hundeplatz ein tolles Spiel, da es um eine Beuteausbildung geht...

Die nächste wichtige Voraussetzung für den Schutzdienst ist ein zuverlässiger Gehorsam des Hundes. Erst wenn dieser gewährleistet ist, lässt sich der Hund auch im Schutzdienst leiten und lenken.

Unser Hund wird über den Beutetrieb ausgebildet und wird deshalb nicht zu einer Gefahr gegenüber Menschen. Im Gegenteil, er hat eine Beschäftigung, ist ausgelastet und kann seine natürlichen Triebe bis zu einem gewissen Grad ausleben. Wir haben daher eher den zufriedenen, ausgeglichenen, charakterstarken und wesensfesten Hund, mit hohem Gehorsam. 

Nicht außer Acht lassen darf man aber den natürlichen Verteidigungstrieb (Wehrtrieb), denn den hat der Hund mit oder ohne Ausbildung. Die Ausbildung ermöglicht mir nur, diesen Trieb besser zu kontrollieren und eventuell in die geeigneten Bahnen zu lenken.

Ursprünglich diente die Schutzhundeausbildung dem Zweck, die Eigenschaften von Gebrauchshunden nach einheitlichem Maßstab zu überprüfen, um daraus ein bestimmtes Zuchtziel zu verfolgen. Der Hund sollte ein vielseitig einsetzbarer sein, der sich unter anderem besonders im Diensthundewesen hervortat. Noch heute zählen diese Kriterien. Der Hund sollte über die bereits oben genannten Eigenschaften verfügen. Eine gute Grundkondition benötigt er natürlich ebenfalls.

All diese Eigenschaften werden, unter anderen, auch im Schutzdienst gefordert. Die Erbanlagen des Hundes bestimmen sein Verhalten, die Ausbildung kann nur fördern und lenken. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass eine Schutzhundeprüfung bis heute Vorhaussetzung für eine Zuchtzulassung ist.

Für viele Hundesportler ist der Schutzdienst etwas besonderes. Eine Herausforderung für den Hundeführer stellt hierbei die Tatsache, den Hund in extremen Triebsituationen zu kontrollieren, zu leiten und zu lenken.


Die Eigenschaften eines guten Helfers

Leider ist es in der heutigen Zeit nicht einfach, überhaupt einen Helfer im Schutzdienst zu finden. Doch gewisse Auswahlkriterien sollten wir in die Waagschale werfen um gute Ergebnisse zu erzielen:

  • Ein guter Schutzdiensthelfer sollte ausgeglichen, selbstbewusst und sicher in seinen Aktionen sein.

  • Er erkennt die Schwächen und Stärken der verschieden Hunde und kann sich darauf einstellen.

  • Er erkennt eine Überforderung des Hundes und kann entsprechend Gegenwirken.

  • Er braucht viel Einfühlungsvermögen für Hund und Hundeführer.

  • Er muss verantwortungsvoll mit seiner Aufgabe umgehen, da viel, schnell kaputt gemacht werden kann.

  • Er verfügt über entsprechende Erfahrung und kennt verschiedene Aufbau- und Hetztechniken.

  • Er sollte sich gerne mit den Hundeführern über die Ausbildung auseinandersetzen und auch ein gesundes Maß an Selbstkritik mitbringen.

  • Er sollte sich stets emotional unter Kontrolle haben, Jähzorn oder ähnliches wirkt unseren Zielen nur entgegen.

  • Angst vor Hunden sollte kein Thema sein!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, egal wie gut der Helfer sein mag, der Hundeführer muss sich mit ihm verstehen und eine große Portion Vertrauen in ihn haben. Dies ist die Basis, um mit ihm gemeinsam die Ziele in der Ausbildung zu erreichen. Man muss sich ungezwungen mit ihm über die Arbeit unterhalten können und er sollte auch neuen Anregungen und Ideen gegenüber offen sein.

Noch ein wichtiger Punkt auf dem Weg zum Ziel ist folgender:

Die Rangordnung zwischen Hund und Hundeführer sollte geklärt sein und selbstverständlich sollte der Hundeführer die Position des Rudelführers innehaben. Eine gewisse Ausgeglichenheit, eine gute Portion Selbstbewusstsein und Sicherheit in seinen Aktionen sollte gegeben sein. Der Hundeführer sollte ebenfalls seine Emotionen im Griff haben, Einfühlungs- und Beurteilungsvermögen besitzen, um auch rationell und zielgerichtet auf Situationen reagieren zu können. Er muss bereit sein, sich über die Ausbildung auseinander zu setzen und sollte dabei auch dieSelbstkritik nicht außen vor lassen. Ein weiterer wichtiger Faktor dabei ist die Zeit. Nur mal eben zwischen zwei Terminen auf den Hundeplatz ist kein guter Aspekt. Nimm dir die Zeit die es braucht, und es wird weniger Zeit in Anspruch nehmen...

Weiteres folgt...

Ich wünsche allen Schutzhundesportlern viel Freude an ihrem Sport und ein gutes Gelingen...